Sarner Latschenwanderung

Latschenkiefer

Das Sarntal ist bekannt für seine weitläufigen Latschenkieferbestände. Foto: Tigerente CC BY-SA 3.0

Das Sarntal ist bekannt für seine weitläufigen Latschenkieferbestände. Schöne Wanderungen führen durch die duftenden Nadelwälder. In dem ursprünglichen Südtiroler Tal finden sich über 2000 Hektar Latschenwälder, es schadet der Natur also nicht, wenn im Frühling ein Teil der Triebe geerntet wird. Die Latschenkiefer gehört zur Familie der Kiefergewächse. Das Holz der Latsche, die auch pino mugo genannt wird, wird als Drechslerholz und für einfache Möbelstücke verwendet. Aus den aromatischen Nadeln und Zweigspitze der Latschenkiefer wird Öl gewonnen. Das ätherische Öl ist Basis für Hautpflegeprodukte und medizinische Bäder.

Durch duftende Latschenfelder im Tramin-Tal

Ein besonders schöner Bestand der Sarner Latsche befindet sich im Tramin-Tal, einem kleinen Seitental des Sarntals. Eine fast unbekannte Wanderung führt vom Weiler Asten zur kleinen Tramin-Alm und weiter zur Seeberg-Alm. Der Wanderweg verläuft durch die duftenden Sarner Latschen hindurch. Mit nur 1 ½ Stunden Gehzeit und einer Höhendifferenz von 480 Metern eignet sich die Latschenwanderung im Sarntal auch für Familien mit Kindern. Es gibt keine ausgesetzten Passagen. Der Forstweg darf auch mit dem Mountainbike befahren werden.

Wegbeschreibung der Latschenwanderung

Penser Joch

Blick zum Penser Joch vom Anstieg zum Zinseler. Foto: Bernd Haynold / Wikipedia, CC BY 2.5

Ausgangspunkt der Wanderung ist der idyllische Weiler Asten am nördlichen Ende des Sarntals. Dieser Teil des Sarntals wird, wegen des Penser Jochs, auch Penser Tal genannt. Erst in Richtung der Ortschaft Pens fahren und etwas vorher rechts abbiegen. Etwa einen Kilometer lang der Straße in Richtung „Asten“ folgen und dort parken. Vom Weiler aus rechts weiter dem Waldweg folgen bis die Seebergalm. Auf der 1.000 Meter hoch gelegenen Alm serviert Wirt Rudi eine „Südtiroler Marende“ mit Speck und Brot und – auf Voranmeldung – auch größere Mahlzeiten. Wanderer genießen von der Alm aus einen eindrucksvollen Blick auf die Sarntaler Alpen. Von der Seebergalm aus nun leicht rechts den Waldweg einschlagen. Nach einer halben Stunde Gehzeit erreichen Wanderer die Traminalm, die in einem schönen Kessel mit alten Zirben liegt. Unterhalb der Alm führt der Wanderweg Nr. 13. zurück zum Ausgangspunkt, dem Weiler Asten.

Das Sarner Gold

Wer mehr über die Sarner Latsche und das Latschenkieferöl erfahren möchte, kann in der Latschenölbrennerei von Philip Egschfeller in Reinswald Halt machen. Das Latschenkieferöl war einst in jedem Südtirol Haushalt zu finden, es galt als „Südtiroler Aspirin“. Durch Wasserdampfdestillation gewinnt Philip Egschfeller aus etwa 300 Kilogramm Latschennadeln einen Liter reines Latschenkieferöl. Das naturreine Öl, auch „Sarner Gold“ genannt, wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und durchblutungsfördernd. Es wird zum Inhalieren bei Erkältungen, als Badezusatz oder zum Einreiben bei Gelenkbeschwerden genutzt.